Zur gleichen Zeit wie ich die Fleischhauer Kolumnen in"How Dare YOU?" (2) lese, beackere ich diesen 19.Jahrhundert Oldie. Warum hab ich mir dieses Büchlein einmal mitgenommen? Naja, klar, weil's in Berlin spielt. 1888 ist der "Sozialroman" von Max Kretzer (1854- 1941) herausgekommen. Nachdem ich HAMLET (1) ziemlich schnell weggelesen hab, ist diese Story vom Drechslermeister Johannes Timpe schon 'ne andere Nummer. Das damalige Deutsch flutscht nicht so, wie die "freie Schnauze" vom Peter Kuper. Mein Lesepensum ist recht runtergweirtschaftet. Waren es beim "Hamlet" durchschnittlich 40-50 Seiten täglich, puh, raffe ich mir beim Kretzer nur zu 10 auf. Das sind halt arg lange Sätze und die Handlung ist nun nicht gerade aufregend. Es geht um eine Handwerksfamilie im östl. Stadtteil (heute ungefähr Ecke Strausberger Platz) und deren Generationsprobleme. Gustav, der fast blinde Opi, der einmal das Haus gekauft hatte, sehnt sich nach der "guten alten Zeit". Johannes, sein Sohn, leitet den Holzbetrieb, den er gerne an seinen einzigen Sohn Franz weitergeben möchte. Der ist aber eher vom Typ Finger-nicht-schmutzig-machen, hat eine Kaufmannslehre bei einem aufstrebendem Fabrikanten begonnen, und träumt davon, selbst einmal Fabrikdirektor zu werden. Genau die Fabriken, die den Handwerkern ihre Jobs wegrationalisieren. Tja, thematisch somit durchaus Neuzeitstoff. Nun hat Franz`Boss, Herr Urban, die Dame vom Nachbargrundstück geheiratet und versucht, Johannes sein Grundstück abzuschwatzen, um seine Fabrik größer zu machen. Franz wäre es nur recht, Opa Gustav ist erbost darüber, während Johannes hin und her schwankt, denn er tut alles für den verwöhnten Sohn, und freut sich eigentlich, dass Franz "was Besseres" wird.... Tja, mal schauen, ob ich diese Schwarte zu Ende bringe.... Erstmal lieber Buch 2 beenden.... Fazit: ich hab's leider nicht durchgehalten bis ans Ende. Too slow die Story, bin internet-geschädigt. Ein böse Ende war vorauszusehen, hier wie dort.

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