Donnerstag, 23. April 2026

9) Privatdetektiv

Ja, stimmt, meine Lesestapel waren immer schon sehr amerikanisch geprägt, auf jeden Fall von englischer Sprache. Und von der Serie des Kinky Friedman's Privatdetektiv (er selbst) hatte ich schon mal Band 6 ("Elvis, Jesus & Coca Cola" - solch einen Titel kann man nicht ignorieren), doch blieb er ungelesen im Regal bis er zurück zu den Flohmarktartikeln flog. Vom selbigen holte ich mir Jahre später  "God bless John Wayne", Band Nr.8 von Friedmans insgesamt 18 "whodunit" Werken, in denen er selbst ein Zigarre-qualmenden Misantrop in Manhattan spielt, der sich als P.I. betätigt. Friedman (1944-2024) war allerdings Texaner, der eine eigene Country Music Band hatte. Mir gefiel gleich seine koddrige Schnauze und ironische Art zu schreiben. Mal schauen, ob auch  der Plot der 168 Seite mich bei Laune halten kann. Wieder einmal ist es ein Buch, dass nicht von Anfang an auf dem Lesestapel 2026 gelegen hat. What can I say?  Romane zu lesen fällt mir auf jeden Fall sehr schwer, da es für mich bisher beim Lesen meist um irgendeinen Lerneffekt gehen sollte. Aber reading just for fun hat schliesslich auch seine Berechtigung. Schaumamal......

 3.Mai: So sorry, aber war wieder abgelenkt von einem anderen Werk (Post Nr.10) und somit steht das Fazit noch aus....

Sonntag, 19. April 2026

8) Zwei Brüder

 

Nun ist schon der 19.April und ich hab mich immer noch nicht festgelegt, welches Buch die Nr. 8. wird. Leider greife ich ja nicht nur zu meinem Lesestapel 2026, sondern finde zwischendurch immer wieder bei öffentlichen Bücherschränken oder auf Flohmärkten Werke, die mich anlachen. So hatte ich erst ein Ernst Ruge Buch in der Hand ("Cabo de Gata", das sofort nach Autobiografie roch, aber als Roman verpackt war - I hate!) , das ich 6 Seiten später weglegte. Es folgte Saul Bellows "Victim", in den mich die Personen und Umstände des Herrn Leventhal gleich durcheinander brachten, und auf einer Zugreise hatte ich Gottfried Kellers "Kleider machen Leute" im Gepäck, was bei mir nie Schullektüre war. Da ich mit meinem Enkel neulich über Kleidung und was die bewirkt, diskutierte, nahm ich es neulich vom Buchregal in Heidelberg mit. Nicht uninteressant. Aber eigentlich will ich endlich "HOMER & LANGLEY" zu Ende lesen, verflixte Kiste. Auch dieses Buch vom amerikanischen Autor E.L.Doctorow (1931-2015) handelt von wirklichen Personen und ist als Roman verpackt, nur in dem Fall kratzt es mich nicht, weil ich die Lebensgeschichte der 2 New Yorker Brüder Collyer schon kannte und faszinierend fand. Sie lebten nämlich in ihrem riesigen Elternhaus an der 5th Ave/ W 128th in Harlem und horteten tausende Bücher und alte Zeitungen. Mit anderen Worten sie waren Messies. Einer der beiden Brüder war auch noch blind und mit dem modernen Leben kamen diese schrägen Vögel, geboren 1881 und 1885, nun überhaupt nicht klar. Wenn das keine gute Geschichte ist, weiß ich's auch nicht. Bin noch nicht weiter als Seite 34 und muss wahrscheinlich zum 3.Mal von vorne anfangen (stimmt), aber jetzt werde ich's bis zur letzten Seite 208 schaffen und mich nicht wieder ablenken lassen. Wish me luck!

23.April WORLD BOOK DAY-- So, Homer & Langley wurde ab Seite 103 zur Enttäuschung, denn dann ging es um den Korea Krieg und den hatten die 2, die im März 1947 verstarben, definitiv nicht mehr erlebt. Bis dahin hab ich noch gehofft, es wird mehr über ihr verrücktes Schicksal preis gegeben, oder warum sie bis dahin immer mehr im eigenen Unrat umkamen, das ganze Haus voller Tageszeitungen und Flohmarktartikeln, Klaviere, Radios, sogar ein Auto im Eßzimmer. Die Geschichte schrieb Doctorow aus Sicht von Homer, dem blinden und älteren Bruder der beiden. Irgendwann merkt der Leser, dass hier die großen Ereignisse des 20.Jahrhundert abgearbeitet werden, in dem sie mit den Brüdern Collyer in Verbindung gebracht werden. Also eben doch Fiktion. Naja, die letzten 75 Seiten hab ich überflogen, es kamen Hippiezeit und Vietnamkrieg nach New York, und Langley, der ehemalige 1.Weltkriegsoldat wurde immer extremer in seiner Sammelwut FAZIT: die echte Geschichte kann so bleiben wie sie ist, man mußte ihr nichts andichten; da hat Herr Doctorow schon Besseres hervorgebracht. Wieso wurde dieses Buch 2009 für den Man Booker Prize vorgeschlagen? Who knows! Jedem Tierchen, sein Plaisierchen.

Dienstag, 7. April 2026

7 Die Kunst des Reisens

 

Sodele, da ich mir nach jeder Reise Gedanken darüber mache, warum ich mir das Reisen eigentlich noch antue, war der Fund des Alain de Bottom Buchs neulich gerade zu Schicksal.  272 Seiten mit Bildern! für 2,50 Euro bei dem Second Hand Typ, der immer Unter den Linden for der Humboldt Uni hockt. Ich kannte Alain de Botton, Jahrgang '69,  den englischen Schriftsteller schon von anderen Werken (How Proust Can Change Your Life , zB) , fand ihn immer sehr amüsant, eben ironisch Britisch, das liebt man doch.  The Art of Travel erschien schon vor über 20 Jahren, doch solch ein Thema wird nie alt. De Botton kombiniert seine eigene Reiseerfahrungen mit denen aus alten Reisebüchern. Und da wir alle schon gereist sind, wohin auch immer, nur weg weg, kann wirklich jeder Leser sich mit seinen Erfahrungen identifizieren oder etwas Anderes behaupten.  Und da er tatsächlich oft meine eigenen Gedanken ausspricht, ist es für mich doppelter Spaß. Man freut sich halt, wenn andere so ticken wie man selbst. Soul Mates, and all that horseshit.... Zugegeben ich bin erst auf Seite 48, weil ich mich schon wieder von x anderen Leseaufgaben ablenken lasse. Ausserdem war dieses Buch wieder einmal kein Teil des vorgenommenen Lesestapels 2026. Ich muss mich also echt zusammenreissen, um nicht meine täglichen 15 Buchseiten aus den zu verlieren, verflixte Kiste. Fazit folgt somit noch.

Update:  10.April -   Erst 1108 BUCHSeiten in 61 Tagen gelesen (angefangen ja erst am 6.Februar)  also noch durchschnittlich 18 Seiten pro Tag. Aber an manchen Tagen gar nichts gelesen, Schuld hat natürlich Instagram und all die Hunde- und Kateznvideos, logo.
FAZIT: hier hat Alain de Botton eher eine Art Nacherzählung von alten Reisebüchern getätigt - was ich am 7.April scheinbar noch witzig fand - und diese dann mit ein paar eigenen Reiseerfahrungen garniert. Die sind aber teilweise so dämlich, dass es nichts mit Reisekunst zu tun hat. Wieso zB findet er als Schweizer/Engländer die Häuser in Amsterdam so wahnsinnig exotisch und bestaunt eine Niederländerin, wie sie ihr Rad schiebt, als habe er zuvor noch nie ein Fahrrad gesehen? Und in Madrid kommt er kaum aus dem Bett und die Provence findet er gar nicht erbaulich. Schön und gut, nur was hat das mit der "Art of Travel" zu tun?  Was gut ist, dass er vor jedem Kapitel angibt, in welche Ort er reiste und welche Bücher er zusammenfasst. Wobei die Kunst auch nicht zu kurz kommt: so beschreibt er Edward Hoppers Gemälde von Menschen in Transit, Van Goghs Zeit in Arles, und John Ruskins Idee von Schönheit, das durch das Zeichnen erlangt werden kann. Am besten ist vielleicht da 1.Kapitel, in dem es über die Abreise geht und warum man sich überhaupt auf die Socken macht. Das frage ich mich mittlerweile auch vor jeder Reise, und auf jeden Fall nach der Rückkehr.