Sodele, da ich mir nach jeder Reise Gedanken darüber mache, warum ich mir das Reisen eigentlich noch antue, war der Fund des Alain de Bottom Buchs neulich gerade zu Schicksal. 272 Seiten mit Bildern! für 2,50 Euro bei dem Second Hand Typ, der immer Unter den Linden for der Humboldt Uni hockt. Ich kannte Alain de Botton, Jahrgang '69, den englischen Schriftsteller schon von anderen Werken (How Proust Can Change Your Life , zB) , fand ihn immer sehr amüsant, eben ironisch Britisch, das liebt man doch. The Art of Travel erschien schon vor über 20 Jahren, doch solch ein Thema wird nie alt. De Botton kombiniert seine eigene Reiseerfahrungen mit denen aus alten Reisebüchern. Und da wir alle schon gereist sind, wohin auch immer, nur weg weg, kann wirklich jeder Leser sich mit seinen Erfahrungen identifizieren oder etwas Anderes behaupten. Und da er tatsächlich oft meine eigenen Gedanken ausspricht, ist es für mich doppelter Spaß. Man freut sich halt, wenn andere so ticken wie man selbst. Soul Mates, and all that horseshit.... Zugegeben ich bin erst auf Seite 48, weil ich mich schon wieder von x anderen Leseaufgaben ablenken lasse. Ausserdem war dieses Buch wieder einmal kein Teil des vorgenommenen Lesestapels 2026. Ich muss mich also echt zusammenreissen, um nicht meine täglichen 15 Buchseiten aus den zu verlieren, verflixte Kiste. Fazit folgt somit noch.
Update: 10.April - Erst 1108 BUCHSeiten in 61 Tagen gelesen (angefangen ja erst am 6.Februar) also noch durchschnittlich 18 Seiten pro Tag. Aber an manchen Tagen gar nichts gelesen, Schuld hat natürlich Instagram und all die Hunde- und Kateznvideos, logo.
FAZIT: hier hat Alain de Botton eher eine Art Nacherzählung von alten Reisebüchern getätigt - was ich am 7.April scheinbar noch witzig fand - und diese dann mit ein paar eigenen Reiseerfahrungen garniert. Die sind aber teilweise so dämlich, dass es nichts mit Reisekunst zu tun hat. Wieso zB findet er als Schweizer/Engländer die Häuser in Amsterdam so wahnsinnig exotisch und bestaunt eine Niederländerin, wie sie ihr Rad schiebt, als habe er zuvor noch nie ein Fahrrad gesehen? Und in Madrid kommt er kaum aus dem Bett und die Provence findet er gar nicht erbaulich. Schön und gut, nur was hat das mit der "Art of Travel" zu tun? Was gut ist, dass er vor jedem Kapitel angibt, in welche Ort er reiste und welche Bücher er zusammenfasst. Wobei die Kunst auch nicht zu kurz kommt: so beschreibt er Edward Hoppers Gemälde von Menschen in Transit, Van Goghs Zeit in Arles, und John Ruskins Idee von Schönheit, das durch das Zeichnen erlangt werden kann. Am besten ist vielleicht da 1.Kapitel, in dem es über die Abreise geht und warum man sich überhaupt auf die Socken macht. Das frage ich mich mittlerweile auch vor jeder Reise, und auf jeden Fall nach der Rückkehr.

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