Nun ist schon der 19.April und ich hab mich immer noch nicht festgelegt, welches Buch die Nr. 8. wird. Leider greife ich ja nicht nur zu meinem Lesestapel 2026, sondern finde zwischendurch immer wieder bei öffentlichen Bücherschränken oder auf Flohmärkten Werke, die mich anlachen. So hatte ich erst ein Ernst Ruge Buch in der Hand ("Cabo de Gata", das sofort nach Autobiografie roch, aber als Roman verpackt war - I hate!) , das ich 6 Seiten später weglegte. Es folgte Saul Bellows "Victim", in den mich die Personen und Umstände des Herrn Leventhal gleich durcheinander brachten, und auf einer Zugreise hatte ich Gottfried Kellers "Kleider machen Leute" im Gepäck, was bei mir nie Schullektüre war. Da ich mit meinem Enkel neulich über Kleidung und was die bewirkt, diskutierte, nahm ich es neulich vom Buchregal in Heidelberg mit. Nicht uninteressant. Aber eigentlich will ich endlich "HOMER & LANGLEY" zu Ende lesen, verflixte Kiste. Auch dieses Buch vom amerikanischen Autor E.L.Doctorow (1931-2015) handelt von wirklichen Personen und ist als Roman verpackt, nur in dem Fall kratzt es mich nicht, weil ich die Lebensgeschichte der 2 New Yorker Brüder Collyer schon kannte und faszinierend fand. Sie lebten nämlich in ihrem riesigen Elternhaus an der 5th Ave/ W 128th in Harlem und horteten tausende Bücher und alte Zeitungen. Mit anderen Worten sie waren Messies. Einer der beiden Brüder war auch noch blind und mit dem modernen Leben kamen diese schrägen Vögel, geboren 1881 und 1885, nun überhaupt nicht klar. Wenn das keine gute Geschichte ist, weiß ich's auch nicht. Bin noch nicht weiter als Seite 34 und muss wahrscheinlich zum 3.Mal von vorne anfangen (stimmt), aber jetzt werde ich's bis zur letzten Seite 208 schaffen und mich nicht wieder ablenken lassen. Wish me luck!
23.April WORLD BOOK DAY-- So, Homer & Langley wurde ab Seite 103 zur Enttäuschung, denn dann ging es um den Korea Krieg und den hatten die 2, die im März 1947 verstarben, definitiv nicht mehr erlebt. Bis dahin hab ich noch gehofft, es wird mehr über ihr verrücktes Schicksal preis gegeben, oder warum sie bis dahin immer mehr im eigenen Unrat umkamen, das ganze Haus voller Tageszeitungen und Flohmarktartikeln, Klaviere, Radios, sogar ein Auto im Eßzimmer. Die Geschichte schrieb Doctorow aus Sicht von Homer, dem blinden und älteren Bruder der beiden. Irgendwann merkt der Leser, dass hier die großen Ereignisse des 20.Jahrhundert abgearbeitet werden, in dem sie mit den Brüdern Collyer in Verbindung gebracht werden. Also eben doch Fiktion. Naja, die letzten 75 Seiten hab ich überflogen, es kamen Hippiezeit und Vietnamkrieg nach New York, und Langley, der ehemalige 1.Weltkriegsoldat wurde immer extremer in seiner Sammelwut FAZIT: die echte Geschichte kann so bleiben wie sie ist, man mußte ihr nichts andichten; da hat Herr Doctorow schon Besseres hervorgebracht. Wieso wurde dieses Buch 2009 für den Man Booker Prize vorgeschlagen? Who knows! Jedem Tierchen, sein Plaisierchen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen