Sodele, da wir gerade 2 Wochen in Belgrad verbracht haben und es dort in the Innenstadt eine wunderbare Buchhandlung gibt, so wie es in Belgrad überraschender Weise von Buchhandlungen nur so wimmelte, fand ich zufällig diese kleine Anekdotensammlung vom serbischen Autor und Zeichner MOMO KAPOR (1937-2010). Ein Führer zur serbischen Mentalität. Kapor hat auch ein Buch mit dem Titel "Der Zauber von Belgrad" verfasst; das wäre vielleicht noch besser gewesen, aber mein "Guide" handelt im Grunde fast nur von Belgrad, insofern alles paletti. 317 Seiten sind es, wobei jede 3. oder 4. Seite eine seiner Illustrationen das Blatt ausfüllt. Die kleinen Essays sind nie länger als 3 Seiten, also verdauliche Happen für den Touristen. Obwohl Kapor einmal behauptet, er sei keineswegs nostalgisch veranlagt, handelt das Buch fast nur von wehmütigen Rückblicken, wie sein schönes Belgrad einmal war und jetzt einfach nicht mehr ist. Oft vergleicht er es auch mit anderen europäischen Städten oder den Besuchen in Amerika. Gerade seine Geschichte über Kneipen -bzw Restaurantbars war lustig, denn in Serbien gibt es zwar Bars als Möbelstück sozusagen, aber da soll sich gefälligst keiner hinstellen. Dort wird nicht bedient. Ab an den Tisch mit dir, du Säufer. Wenn er allerdings erzählt, dass Serben Angst vor Eiswürfeln und Durchzug haben, naja, das müssen Seniorenängste sein, denn jetzt habe ich mit meiner Cola immer Eiswürfel bekommen, auch mehr als 1, und in meiner Straße im Viertel Vracar hatten viele ihre Fenster geöffnet (sonst erstickt man nämlich in den Räumen, die nur zu einer Seite hin Fenster haben). Alles in allem ein hilfreiches Werk für Leute wie mich, die keinen blassen Schimmer über Serbien hatten.

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