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Montag, 21. September 2026
16) Aus einer anderen Welt
Ok, mein häuslicher Lesestapel für 2026 ist schon längst vernichtet, heisst der Großteil landete zurück in den Regalen. Überall fand ich Bücher, die so viel anziehender schienen, als meine ungelesenen Schinken..... Als ich mal wieder nach improvisierten Lesezeichen in Büchereibüchern jagte (wenn's nichts kostet ist der Sammeltrieb ist noch schwer aktiv), stolperte ich über dieses Werk von einem mir gänzlich unbekannten Schreiberling namens WOLFGANG WELT (1952 - 2016) aus Bochum. Hatte keine Ahnung, was der Titel bedeutete, aber der Klappentext machte mich neugierig. Eine Pannschüppe ist übrigens eine speziell im Bergwerk genutzte Schaufel in Herzform; in diesem Fall ist es aber eine Anthologie von Welts Kolumnen bzw Rezensionen über Bücher, Musik und GottunddieWelt alles mit Bezug zum Ruhrpott. Ja, sein eigenes verrücktes Dasein wird immer wieder beleuchtet. Allerlei Fotos aus seinem Leben geben dem Ganzen den nötigen Kick. Seine Texte sind in diesem Buch, das immerhin 400 Seiten umfasst, jeweils nur 2-4 Seiten lang, also kann man schnell mit ihm durch die 70er und 80er Jahren zappen, und lernt dabei eine Unmenge von neuen Autoren kennen, vor allem, wenn man, wie ich, von nix ne Ahnung hat. Bei den Rezensionen aus der Musikbranche (er war ua. Journalist für den MusikExpress) findet sich jeder Boomer wieder. Ja, es ist eher ein Buch, das 50Plus Leuten etwas bedeuten würde. Wer kennt heute noch Ian Dury, hört Buddy Holly, oder hat schon mal Charles Bukowski oder Hermann Lenz gelesen? Wie Buckowski war Welt ein ziemlicher Saufbold, der gerne in den Bochumer Kneipen der Zechensiedlung Wilhelmshöhe abhing. Mich erinnert das Ganze sehr an meinen ersten Blogpost über den hessischen Hamlet, Peter Kuper. Ich lieb das so, wenn die frei nach Schnauze schreiben. Feuillitonistisch nennt man das dann wohl. Keiner kommt an meinen Liebling, den Jörg Schröder vom März Verlag, ran! Gott, wie ich seine Schreibe liebe. Der gute Wolfgang ist verglichen mit Schröder oder Kuper höflicher, harmloser in der Art seiner Beobachtungen, aber durchaus mit der nötigen Prise Selbstironie. Wie dem auch sei, diese rund 100 Beiträge sind höchst unterhaltsam!
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